Die erzählte Geschichte ist aus der Sicht der bezahlten Presse einfach:

Ein paar mutige Journalisten haben die Glaswände ihrer Redaktionen durchbrochen (oder nur durchschaut?)
und haben zu Gustl Mollath in der Psychiatrie und in der Mühle der bayrisch verzahnten Justiz geschrieben.
Dafür haben sie einen Preis bekommen. Schön.

Bezahlte Presse feiert auch einen "Staranwalt", der sich nun gern zu allerlei Themen äußert, aber vor allem neue Fälle im Auge hat.
Dass er erst kam, als die Suppe schon heiß war und die bisherigen Aktiven mit unsauberen Anzeigen und Intrigen beseitigte?
Er hatte etliche willige Helfer und Verehrerinnen, die nun glauben, es müsse nur ein Hamburger kommen, um in Bayern aufzuräumen.

Nichts ist aufgeräumt.
Das Thema Psychiatrie und Forensik ist pressefähig geworden, wenn es auch wenige so guter Artikel wie "Psychiatrie als Kunstgewerbe" gibt:
Der neue bayrische Justizminister hat noch Zeit, sich einzuarbeiten und wird darüber in Vergessenheit geraten.


Der Münchener AnwaltVerein e.V. präsentiert das Stuttgarter Juristenkabarett „Vor Gericht und auf hoher See....“

Freitag, den 11. April 2014 um 19.30 Uhr - Einlass ab 19.00 Uhr im Künstlerhaus - Festsaal Lenbachplatz 8 (Eingang Maxburgstraße)
Eintritt: Euro 30,00 an der Abendkasse, Euro 25,00 im Vorverkauf beim MAV, Ermäßigungen: StudentInnen, ReferendarInnen, Azubis, Menschen mit Behinderung gegen Vorlage eines gültigen Nachweises: Euro 20,00

„Vor Gericht und auf hoher See....“ so lautet ein altes Juristensprichwort. Vollständig heißt es „Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand“ - und das Stuttgarter Juristenkabarett begibt sich in Matrosenanzüge, um zu überprüfen, ob das tatsächlich zutrifft.
Jeder, der schon einmal mit dem Gericht zu tun hatte, weiß: die Parallelen drängen sich auf. Der Boden schwankt, der Wind bläst hart von vorne und gelegentlich hat man Lust über die Reling zu kotzen.
Aber ist das Justizschiff wirklich mit der Titanic zu vergleichen? Droht uns ein Eisberg - oder ist nur mal wieder die Klimaanlage defekt?

Sind wir auf einer Luxuskreuzfahrt mit Captain's Dinner oder eher auf einer Sträflings-Galeere? Ist Justitias Augenbinde in Wahrheit eine Augenklappe? Kann ein Paragraf, wenn man ihn nur tüchtig aufpumpt, als Rettungsring fungieren? Und was gibt es zu essen?
Richterin Anette Heiter, Rechtsanwältin Elke Kunzi, die Rechtsanwälte Thomas Lang und Thorsten Majer und Richter Herbert Anderer testen im Selbstversuch ihre Seefestigkeit.
Die fünf Volljuristen werden zu Leichtmatrosen - begleitet vom Schifferklavier werden sie hingebungsvoll Seemannslieder schmettern ganz nach dem Motto: Das kann doch 'nen Juristen nicht erschüttern!

Wir freuen uns auf Besucher aus Anwaltschaft, Justiz und Verwaltung. Selbstverständlich sind „Nicht-Juristen“ herzlich willkommen!
Karten: im Vorverkauf beim Münchener Anwaltverein, Prielmayerst.7, Zimmer 63 - Tel: 089 55 86 50 und per eMail info@muenchener.anwaltverein.de oder an der Abendkasse.



Die Wirklichkeit war etwas ausführlicher, aus der Sicht der Beteiligten:

Im Januar 2012 ein Abend im Club Voltaire, Schlötterer's erstes Buch, eine erste Radiosendung mit ihm,
im Februar die Verfassungsbeschwerde des Bundesanwaltes Kleine-Cosack aus Freiburg,
die fortgesetzte Erstellung der Website www.gustl-for-help.de und Verbreitung auf Blogs, Facebook-Seiten und Twitter-Kanälen durch verschiedene AkteurInnen wie zB Muschelschloß,
deren Facebook-Acoount nach Apellen an Seehofer geschlossen wurde. Die CSU hat Anwälte und Geld für Presseagenturen ....

Eine juristisch und verständlich geschriebene Zusammenfassung der Unrechts-Vorgänge gab es in einem damals sehr guten Weblog einer pensionierten Staatsanwältin, mit breiter regelmäßiger Kommentierung und Verlinkung.
Einzelne Fernsehberichte, auch zu den parallel zu betrachtenden hessischen Steuerfahndern, machten die Interessenslage klar.
In zahlreichen Presse-Portalen mehrten sich die Mengen an qualifizierten Beiträgen, Hinweisen und Kommentaren, was in der Zwischenzeit nur selten bei anderen Themen so zu beobachten ist.

Mailinglisten und regionale Treffen, Demonstationen, Sommerfeste und Demonstrationen, Konzerte und Kundgebungen in München, Nürnberg und Schliersee, Mahnwachen

zahlreiche Radiosendungen in Radio Lora München 92,4 mit Fachleuten und Bezirksräten, kritische Psychiatrie und Selbstorganisationen,
und Arbeitstreffen in verschiedenen Gruppen, kontinuierlicher Austausch mit Betroffenen-Initiativen und mit Fachleuten in Parteien,
deren Überzeugung, dass das Thema Psychiatrie nicht den Wahlkampf gefährdet, bis zur Einrichtung des Untersuchungsausschuss und seinem unklaren Ende im Wahlkampf.

Demos, Konzerte, und das große Schweigen der Steuerfahnder und der HypoVereinsbank: Nichts scheint nach der Hoeneß-Berichterstattung an Bewusstsein übrig geblieben.
Maschmeyers Machenschaften des "Drückerkönig" mit besten Beziehungen bis zur Familie Wulff gegen JournalistInnen lassen grüßen: Justiz der gut Bezahlenden.

Wo blieb die Aussage der berichterstattenden Richterin Heinemann?
Brixner hatte gesagt, "das ist nicht mein Urteil". Er hatte es nicht geschrieben, aber unterschrieben.

Als dann die Entscheidung des BundesVerfassungsgerichtes die unsägliche Ministerin zur Besinnung brachte,
und die Regensburger Entscheidungen anbahnte, hatten Demonstrationen, Konzerte, Auftritte in den Wahlkampf gemündet, anderes geht darin unter.

Die Rolle des zbb eV. war vor der ungedankten Spendensammlung vor allem Koordination und Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit der damaligen Anwältin,

wird bei Bedarf fortgesetzt - Wunsch an zbb @ joker-netz.de