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Das Krankheitssystem ist stabil und selbstwirksam

  • Das Krankheitssystem reproduziert die Krankheiten auch in den den eigenen Reihen.
  • Durch die orwell'sche Umbenennung wurde der Blick etwas unklarer und die Einsicht der Beteiligten ironisiert.
  • Die Handlungs-Unfähigkeit gerät zur Selbst-Zuschreibung der Belastung, Krankheit, Schwäche und sondert aus.
  • Geld-Karrieren und extreme Unterschiede in Achtung und Bezahlung entsprechen nicht der Verantwortung.

Psychiatrie-Politik für gesunde Inklusion

Die Vielfalt der Menschen mit ihrer Herkunft, ihren Belastungen und Fähigkeiten ernst nehmen
  • Herkunft und Migrationen als Gewinn der Vielfalt akzeptieren
  • Belastungen reduzieren und die gesundheitlichen Fähigkeiten der Kulturen beleben
  • Mehr Konzepte der betreuten Arbeits- und Lebensformen gestalten Mitwirkung

Schicksalsschläge und ihre Verarbeitung, heilsame Rituale

  • Stéphane Hessel gab der Politik Würde. Seine geistreiche Fröhlichkeit brachte Jung und Alt dazu, über ihre Eigenverantwortung nachzudenken.
  • Er konnte vom KZ bis in die Zukunft denken. Echtes gesundheitliches Denken kann ansteckend wirken.
  • Trauma wirken im Untergrund weiter: Kriegsenkel mit Angstzuständen und beruflichen Störungen, Flucht und Hunger bedingen Störungen in übernächsten Generationen
  • Offene Gestalten schließen: Gemeinschaftliche Anerkennung und Würdigung, auch in der öffentlichen Debatte und in der Kunst Hohlweg-Bruch.jpg

Diskriminierungen als gesellschaftliche Heilungsaufgaben

  • Veraltete Versteck- und Verwahr-Situationen mit den Angehörigen und Betroffenen auflösen
  • Verdummenden Rache- und Strafe-Ritualen der alten Politik auch in der Presse wirksam entgegen treten
  • Gerichts-Fehler als Lern-Situationen und Reform-Anlässe gemeinsam öffentlich bewältigen
  • Berufliches Qualitäts-Management braucht verbandliche Strukturen und Fortbildungen

Mitarbeitende aller Ebenen einbeziehen (Balint) heilt auch diese

  • Göttlich-Königliche Hierarchien einsparen und ihre Wirksamkeit reflektieren: Verantwortliche SprecherInnen statt Clan-Chefs
  • Gleichberechtigt verantwortliche Teams mit ausgebildeten Qualitätsansprüchen können mit Angehörigen und Betroffenen zusammenarbeiten
  • Regelmäßige Balint-Reflexionen für gesunde, gute, zufriedene und qualifizierte Mitarbeitende: Innere Gesundheit, auch der Einrichtung, wirkt nach außen
  • Formen gemeinschaftlicher Haftung und Verantwortung gegen die Enge der patientenfeindlichen Berufsversicherungen durchsetzen

Demokratische Justiz ist für alle Beteiligten verständlich und durchsichtig

  • Juristen haben sich in einer Sprachregelung eingemauert und nehmen wenig Rücksicht auf "Nicht-Lateiner"
  • Gerichts-Inszenierungen werden wenig verständlich erläutert, die Abläufe werden erst durch Fernseh-Richter vermittelt
  • Das Schöffen-Wesen kann demokratische Mitwirkung in alle Lebensbereiche transportieren, wenn es wirklich entwickelt wird *)
  • Demokratische Rechtssprechung gegen das "von oben herab" der alten Talare entwickeln: Mediation ist was???

Eine Lernende Organisation kommuniziert mit allen ihren Kunden2012-09-16 12.58.28.jpg

  • Gute Modelle sind in allerlei Ländern zu besichtigen (Selbstlob und Stolz sind bayrische Spezialkrankheiten)
  • Menschenrechtspolitik im internationalen Kontext übernimmt Verantwortung, statt Heimat- und Menschenverwertung zu decken
  • Lernen in Europa: Junge Möglichkeiten werden erst nach Abbau von Hierarchie- und Senioritäts-Strukturen der Politik wirksam
  • Gemeinschaftliche Lebensformen mit fachkundiger Begleitung und Reflexion können späte Familienstruktur werden

Krankheits-Einsicht und einfache, klare Sprache können zu geruhsamem Alter befreien

  • Hierarchie-Systeme und gegnerisch veranlagte Parteien- und Standes-Politik werden sich verteidigen
  • Die Einbeziehung der Kraft der Betroffenen, Angehörigen und Freundeskreise kann den Beteiligten helfen: KeineR ist allein!
  • Die Angst vor Verwirrung und Entmündigung im Alter, beschönigend "Betreuung" genannt, kennt mancher Altenheim-Besuchende.
  • Die mediale Darstellung vom Gewinn langfristiger Generationen-Partnerschaften wie "Wohnen für Hilfe" und "Studierende im Altenheim" anstoßen

Dies ist ein erster Entwurf für eine breitere Diskussion, so sie nach der Häufung der Anfragen und Fälle endlich in Gang kommt ... Fritz

*) Eine Schöffin, ausgebildete Historikerin, im Bayrischen Landtag:
Beim Parlamentarischen Frühschoppen der FW am 16.03.13., bei dem auch der Vorsitzende des Richter- und Staatsanwälte-Vereins, Walter Groß, auf dem Podium saß, sprach eine Schöffin von ihren Erfahrungen. Ihr sei folgendes gesagt worden: „Bitte stellen Sie keine Fragen. Bitte tun Sie, was der Richter sagt“. Sie sprach sich für eine bessere Schulung der Schöffen aus, die Schöffen sollten auch mehr Mut zeigen. Sie selbst hatte ganz klar gesagt: „Ich mache das nicht.“

Diese Schöffin, von Beruf Historikerin, hatte auch darauf hingewiesen, dass „bis heute Elemente der konstitutionellen Monarchie“ wirksam seien. Das längst überwunden geglaubte Obrigkeitsdenken wird jedenfalls reaktiviert, wenn immer wieder auf der „Unabhängigkeit“ der Richter (in Bayern wohl eher als „Autorität“ der Richter zu verstehen) und der (faktisch nicht gegebenen) Unfehlbarkeit von Experten beharrt wird. Wenn der „Rechtsstaat“ auf diese Weise demonstriert wird, wird er auch demontiert.

Ein Rechtsstaat in einer modernen Demokratie kann nur funktionieren, wenn Transparenz, persönliche Integrität der Verantwortlichen und funktionierende Kontrollmechanismen gewährleistet sind. Wenn sich herausstellt, dass diese immer wieder versagen, müssen sie überdacht und gegebenenfalls ergänzt werden.